Freiraum-Schule besucht Weltladen: Schüler:innen setzen sich aktiv mit globaler Gerechtigkeit auseinander

Gelnhausen, 21.06.2026 – Von Mai bis Juni haben die Kinder der Freiraum-Schule in Gelnhausen intensiv an mehreren Bildungsprojekten des Weltladens Gelnhausen teilgenommen. Ziel war es, ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge, fairen Handel und nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf interaktiven Rollenspielen, in denen die Schüler:innen die Unterschiede zwischen konventionellem Handel und Fair-Trade-Kooperationen hautnah erleben konnten. Dabei schlüpften einige Kinder in die Rolle von Kakaobäuer:innen, während die Referent:innen als Zwischenhändler:innen agierten. Schnell wurde deutlich, wie ungleich die Verhältnisse im konventionellen Handel sein können: Die „Bäuer:innen“ fühlten sich häufig ausgenutzt und unfair behandelt. Im Gegensatz dazu erlebten die Kinder, die in den Szenarien mit fairen Handelsorganisationen arbeiteten, bessere Bedingungen – gerechtere Bezahlung, mehr Planungssicherheit und die Möglichkeit, in die Zukunft ihrer Betriebe, ihrer Dorfgemeinschaft und ihrer Familien zu investieren.
Ein weiteres Highlight war die Schokoladenwerkstatt. Hier stellten die Schüler:innen selbst Schokolade aus fair gehandeltem Kakao her und lernten gleichzeitig Wissenswertes über den Anbau der Kakaofrucht sowie die Produktionsbedingungen in den Ursprungsländern.
Beim sogenannten Weltladenfrühstück gingen die Kinder der Frage nach, woher die Lebensmittel auf ihrem Tisch stammen. Gemeinsam reflektierten sie die globalen Lieferketten und diskutierten, welche Rolle bewusster Konsum spielt.
Auch ein Besuch im Weltladen Gelnhausen stand auf dem Programm. Vor Ort erfuhren die Schüler:innen, dass hinter vielen Produkten konkrete Projekte und Geschichten stehen. So stammt der dort angebotene Kaffee beispielsweise aus Nicaragua und wird klimafreundlich per Segelschiff transportiert – ein wichtiger Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen im Kampf gegen die Klimakrise, die Landwirt:innen weltweit vor große Herausforderungen stellt. Getrocknete Mangos aus fairem Handel unterstützen wiederum ein Projekt auf den Philippinen, das sich gegen Kinderprostitution einsetzt.
Die jahrgangsgemischt und interessensgeleitet lernenden Schüler:innen der Freiraum-Schule zeigten sich besonders reflektiert und stellten zahlreiche kritische Fragen: „Warum ist der konventionelle Zwischenhändler zum Kakaobauern so abwertend?“ oder „Warum kennen Kakaobäuer:innen und ihre Familien den Geschmack von Schokolade nicht?“ Diese Fragen verdeutlichen, wie intensiv sich die Kinder mit globalen Ungleichheiten auseinandergesetzt haben
Die Projektreihe zeigt eindrucksvoll, wie wichtig frühzeitige Bildungsarbeit im Bereich nachhaltige Entwicklung ist. Durch die praxisnahen Angebote des Weltladens konnten die Schüler:innen nicht nur Wissen erwerben, sondern auch Empathie entwickeln und ein Verständnis für gerechtere Wirtschaftsformen gewinnen.